Die Entwicklung von Begabungen zu Talenten

Vortrag von Dr. Francoys Gagné über den Talenteentwicklungsprozesses bei Kindern.
Prof. Dr. Francoys Gagné, ein anerkannter Wissenschaftler aus Montreal, referierte beim 6. Münsterschen Bildungskongress über sein entwickeltes Modell bezüglich des Talenteentwicklungsprozesses.
Der Titel lautete: Von der DNS zur Exzellenz

Sein Vortrag begann damit, dass er überzeugt ist, dass ein Kind mit natürlichen Fähigkeiten, mit Begabungen, geboren wird, die erst im Laufe der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen zu einem Talent werden bzw. werden können.

Die übersichtliche Darstellung seines DMGT Modells zeigt den Prozess von der Begabung zum Talent, den Talententwicklungsprozess.

Die natürlichen Fähigkeiten, die Begabungen, unterteilt er in vier mentale und zwei physische Domänen: Intellekt, Kreativität, Soziale Fähigkeiten, Wahrnehmungen, Muskuläre Voraussetzungen und Motorische Steuerung.

Die Entwicklung findet durch Katalysatoren statt. Dazu gehören das Milieu, wie das Land, das Klima und die soziale Umwelt des Kindes, wie die Eltern, die Familie, die Freunde, die Lehrpersonen und die Vorbilder. Als dritte Umweltkomponente nennt Gagné die Fördermaßnahmen in der Schule und im privaten Bereich.

Bei den Ich-Komponenten erwähnt er besonders die Motivation und die Willenskraft des Kindes, um die Begabung weiterzuentwickeln.

Der Talententwicklungsprozess verläuft nicht ohne Schwierigkeiten. Es bedarf vieler Aktivitäten, eines Aufwandes an Zeit, Geld und Energie und dem Bewusstsein, dass die Entwicklung in Stufen erfolgt und der Fortschritt nicht immer gleich zu erkennen ist.
Zufällige Begegnungen sind meist Wendepunkte, sowohl positive als auch negative, bei der Talententwicklung.

Diese angeführten Katalysatoren beeinflussen sich in einem Wechselwirkungsprozess gegenseitig und haben alle laufend Einfluss auf den Verlauf des Entwicklungsprozesses, also über viele Jahre hinweg.

Letztlich ist das Talent eine herausragende Kompetenz, wobei diese in vielen Bereichen angesiedelt sein kann: in der Schule, in der Technik, in der Wissenschaft, in der Kunst, im Sozialwesen, im Management, in der Verwaltung, im Sport etc.

Als Besonderheiten seines DMGT Modells nennt Gagné beispielsweise die genaue Definition und Abgrenzung der Begabungs- und Talentbereiche, der Katalysatoren und die genaue hierarchische Übersicht aller Einflüsse.

Die dargestellte Folie stammt aus dem Hauptvortrag von Prof. Dr. Francoys Gagne Developing Academic Talents: DMGT Principles and Best Practices beim 6. Münsterschen Bildungskongress.

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